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Wermut

Standort:
auf trockenem, alkalischem Boden, auf Schuttplätzen, an Wegen, Sonne bis Halbschatten, an Felsen, Weinbergen, Flusskies und Wegrändern

Sammelzeit:

Juni bis August 

Verwendete Teile:

das getrocknete Kraut, das sind die oberirdischen Teile der Pflanzen, wie Blätter, Blüten und nicht zu dicke Stängel

Wirkungsweise:

schweißtreibend, harntreibend, keimtötend, menstruationsregulierend, magenstärkend, blutstillend, anregend für Galle und Leber

Konservierung und Aufbewahrung:

Oberen Teile des Krautes abschneiden, in Bündeln im Halbschatten aufhängen, das trockene Kraut in Säckchen oder anderen Gefäßen aufbewahren

Überlieferte Heilanzeigen:

bei Magen-, Darm- und Galleerkrankungen, regt den Stoffwechsel an, kräftigt die Verdauungsorgane, mobilisiert Abwehrkräfte.

Anwendungen:

innerlich und äußerlich

Tee: 1 TL. Kraut und ¼ l kochendes Wasser 10 min ziehen lassen. Kurmäßig, nicht länger als drei Wochen, 3 x täglich eine Tasse oder als Tinktur ca. 25 Tropfen auf ein Glas Wasser

Wermutpulver: getrocknete Blätter fein zerreiben, in Wasser oder Wein 3 x täglich genommen gibt Kraft und steigert die Lebensfreude.

Tee, Tinktur und Pulver bei Regelschmerzen verstärkt zwar vorübergehend die Blutung, lindert jedoch Krämpfe.

Nach starkem Blutverlust öfters ein Glas Wermutwein!

Bei Entzündungen, Rheuma, unreiner Haut Kompressen von Tee oder Tinktur

Frischer Wermutsaft vertreibt Spulwürmer.

Wermutöl: 1 Teil Wermutsaft und 2 Teile Olivenöl 10 Tage in einer braunen Flasche in die Sonne stellen. Bei Lungenleiden immer nur einige Tropfen verreiben und immer an einer anderen Stelle!

Nebenwirkungen:

Wermut ist sehr bitter (sogar über die Muttermilch) und sollte daher von Stillenden gemieden werden. Personen die unter saurem Aufstoßen und Sodbrennen leiden, verzichten besser auf Wermut

Ringelblume

Standort:

auf allen Gartenböden, als Beet, Topf oder Balkonpflanze

Verwendete Pflanzenteile:

ganze Blüten, die meiste Heilkraft steckt in den schmalen Zungenblüten, die den Blütenboden umkränzen

Sammelzeit:

Juni bis Ende August, Blüten ohne Stängel an sonnigen Tagen um die Mittagszeit, nach Regen einige trockene Tage abwarten

Wirkungsweise:

antiseptisch, bakterizid, entzündungshemmend, wundheilend

Überlieferte Heileinzeigen:

innerlich und äußerlich: beugt Wundliegen vor, wirkt positiv auf Magen, Darm, Galle, Leber, Blase und Gebärmutter und bei Infektionen (Grippe, Herpes, …).

Bei rauer, rissiger, verletzter oder entzündeter Haut, bei Nagelbett-, Brustdrüsen-, Bindehaut-, Mund-, Rachen- und Augenentzündung, bei allen schlecht heilenden Wunden, Geschwüren, Quetschungen, Verbrennungen, Ekzem, Furunkel, Abszess, Hämorrhoiden, Warzen, Akne, Krätze, Krampfadern, Risse und Krusten in der Nase, trockene Lippen, Fußpilz. Wunde Kinderhintern heilt sie sanft.

Ringelblumen mit Milch abkochen und regelmäßig trinken – hilft bei nervösem Magen!

Anwendung:

Salbe: 2 – 3 EL Schweinefett erhitzen, 1 Handvoll Blütenköpfe oder Zungenblüten zugeben, langsam aufkochen, über Nacht stehen lassen; am folgenden Tag das Fett erwärmen bis es flüssig ist, abseihen – evt. Vorgang mit frischen Blüten wiederholen (verstärkt die Inhaltsstoffe) – in kleine Dosen oder dunkle Gläser füllen und kühl aufbewahren.

Wirkt hervorragend für eine schöne Narbenbildung!

Tinktur: Für Umschläge und Bäder

1 Handvoll frischer Blüten in eine Flasche füllen, ½ l Weingeist aufgießen und 4 – 6 Wochen in die Sonne stellen, ab und zu schwenken, abseihen und in dunkle Flaschen füllen. Zum Einreiben bei Quetschungen und Zerrungen, Wunden, Blutergüssen.

Tee: frische Blüten oder 1 Teelöffel getrocknete, 2 – 3 Teelöffel frische Zungenblüten mit ¼ l kochendem Wasser überbrühen, 10 min. ziehen lassen. Bei Menstruationsbeschwerden eine Woche vor Beginn täglich 2 – 3 Tassen trinken.

Johanniskraut

Standort:

an Wald- und Wegrändern, Wiesen und sonnigen Plätzen

Verwendete Pflanzenteile:

frische Triebe des oberen Pflanzendrittels, die mit Öldrüsen versehenen Blätter, Blüten und blühende Triebspitzen

Sammelzeit:

Juni – August (24. Juni ist Johannistag)

Wirkungsweise:

nervenberuhigend, antidepressiv, entzündungshemmend, reizlindernd, wundheilend, kreislaufanregend, menstruationsfördernd, schmerzlindernd, galletreiben

Überlieferte Heilanzeigen:

inner- und äußerlich: bei psychovegetativen Störungen, depressiven Verstimmungen, Nervenentzündungen, nervöser Unruhe, Bettnässen, Nachtwandeln, unregelmäßiger Periode, Angstzuständen, Stoffwechsel- und Kreislaufstörungen, reißenden Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, bei chronischen Entzündungen des Magens, Darms, der Leber und Galle

äußerlich als Öl: bei verschmutzten und schlecht heilenden Wunden, bei Geschwüren, Verbrennungen und Sonnenbrand auch bei Nervenentzündungen, Hexenschuss, Rheuma, Gicht, Verstauchungen, Blutergüssen und ausstrahlenden Schmerzen

Anwendung:

Saft (besonders wirksam): aus der frisch blühenden Pflanze pressen, mehrmals täglich 1 Esslöffel mit 6-facher Menge Wasser oder Kamillentee trinken.

Tee: 2 KL (3 g) des Krautes (Blüten, Blätter ohne Stängel) mit ¼ l Wasser überbrühen, 10 min ziehen lassen, abseihen, täglich 2 Tassen schluckweise trinken

Öl: 25 g frische Blüten mit ½ l Olivenöl in einem Glas oder Flasche ansetzen, verschließen und 10 – 14 Tage in die Sonne stellen, Blüten abseihen und mit frischen Blüten nachfüllen bis eine tiefrote Farbe wird.

Nebenwirkungen:

lichtempfindlich, nach Anwendungen (auch bei Teekuren) pralle Sonne meiden!

Beruhigungstee:

25 g Johanniskraut, 20 g Melisse, 20 g Hagebutten, 10 g Hopfenzapfen 2 TL mit ¼ l Wasser 15 min. ziehen lassen, bei Bedarf täglich 2 Tassen trinken.

Thymian

Ob Heilkräuter, Küchenkräuter oder Wildkräuter – jede Pflanze hat bestimmte Wirkstoffe, die unserem Körper guttun oder sogar heilen. Hier ein kleiner Auszug aus dieser Kräutervielfalt.

Der Thymian ist nicht nur eine interessante Gewürzpflanze, sondern auch eine wichtige Heilpflanze im Bereich Husten und Desinfektion. Die ausdauernde Pflanze wächst Jahr für Jahr tapfer im Kräutergarten und duftet würzig vor sich hin. Im Sommer lässt er kleine zartrosa Blüten sprießen. Bis in den Winter hinein kann man frische Blätter ernten.
Die kleinen Blätter lassen sich ziemlich leicht vom holzigen Stängel rebeln und als Küchengewürz oder Tee verwenden. Povencalische Kochrezepte kann man sich ohne Thymian kaum vorstellen. Als Heilpflanze ist der Thymian der reinste Tausendsassa. Es gibt kaum ein Einsatzgebiet, wo der Thymian nicht helfen könnte. Seine größte Stärke liegt jedoch in seiner heilsamen Wirkung auf die Atmungsorgane. Außerdem hilft Thymian bei verschiedenen Beschwerden in der Frauenheilkunde und hat beruhigende Wirkung auf das Nervensystem. Die heimische Wildform des Thymians ist der Quendel oder auch Feldthymian.

Tee: Einen gestrichenen Teelöffel Kraut mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und 5 min ziehen lassen.- Erleichtert das Abhusten von Schleim bei Erkältungskrankheiten.

Quendelkekse (Gedächtniskekse): 500 g Dinkelfeinmehl, 100 g gemahlene Mandeln, 200 g Butter, 1 TL Salz, 1 EL Quendelpulver, 2 Eier, 50 ml Wasser
Alle Zutaten zu einem eher feuchten Mürbteig kneten und einige Stunden rasten lassen. Den Teig ausrollen, Rhomben schneiden, auf ein gefettetes Blech legen, mit Wasser besprühen und mit Sesam oder Mohn bestreuen. Bei Umluft ca. 20 min backen.

Für die süße Variante nimmt man weniger Salz, dafür 125 g feinen Rohrzucker – ohne Sesam und Mohn. Diese Kekse sind ein pikantes Knabbergebäck

Salbei

Salbei – Die bekanntesten Einsatzgebiete des Salbeis beruhen auf seiner schweißhemmenden Wirkung und den Heilkräften gegen Halsschmerzen.
Doch der Salbei kann viel mehr. Man kann ihn gegen fast alle Erkrankungen einsetzen, sagt zumindest der Volksmund.
Als Tee kann man den Salbei gegen Halsentzündungen aller Art trinken oder gurgeln. Er hilft auch gegen Zahnfleischentzündungen, Husten und andere Erkältungserscheinungen.
Sänger und Sprecher können den Salbeitee gegen Heiserkeit und Kehlkopfentzündung anwenden.
Der Salbeitee hilft auch bei der Verdauung, er stärkt den Magen und regt die Verdauungstätigkeit an. Er fördert den Stoffwechsel und hilft auch dabei Übergewicht abzubauen.
Bei zu starkem Schwitzen hemmt Salbeitee die Schweißbildung. Diese Fähigkeit kann man beispielsweise in der Pubertät nutzen, oder auch während der Wechseljahre, wenn man durch die Hormonumstellung zu Hitzewallungen und Schweißattacken neigt. Auch Nachtschweiß kann man mit Salbeitee lindern.

Lavendel

Lavendel – Der wohlduftende Lavendel erinnert an Südfrankreich, wo er auf großen Feldern gedeiht. Dort riecht die ganze Gegend nach Lavendel.
In unseren Breiten wird er gerne in den Gärten angepflanzt, weil er nicht nur gut duftet, sondern auch hübsch aussieht.
Der Duft von Lavendel beruhigt, reinigt und wirkt auf vielfältige Weise heilsam auf den Menschen.
Besonders bewährt ist er bei unruhigen Babys und deren Problemen. Hier kann ein Lavendelkissen Wunder wirken. Auch folgendes Kräuterkissen fördert unseren Schlaf – Lavendelblüten, Hopfenblüten und Zitronenmelisse.
Außerdem vertreiben Lavendelkissen Kleidermotten, wenn man sie in Schränke legt.
Mit Lavendelkrauttee die Haare spülen – hält Kopfläuse ab!
Lavendelkrautöl gegen Gelsen und Läuse.
Im Badewasser hilft Lavendel beim Entspannen.
Butter mit frischen Lavendelblüten gibt ein hübsches Bild am Tisch – noch bunter wird es wenn mach noch Ringelblumen-Blütenblätter dazu mischt oder andere essbare Blüten.

Ysop

Ebenfalls verwandt mit Thymian und Salbei ist der Ysop.
Ysop kann man als Tee einzeln oder zusammen mit anderen Kräutern in Mischungen trinken.
Auch in der Küche kann man Ysop als aromatisches Würzkraut einsetzen. Da er recht kräftig schmeckt, reichen wenige Blättchen, um den Ysopgeschmack zu verbreiten. Er eignet sich für Salate, Tomaten, Topfen, Braten und Soßen.
Ysop in den Garten zu setzen, ist schon wegen seiner schönen blauen Blüten ein Genuss.
Ysop senkt Cholesterin und wirkt beruhigend. Stellen Sie einen Zweig in die Vase am Tisch- wirkt beruhigend für unruhige Kinder.

Oregano / Dost

Dost ist den meisten von uns unter dem Namen Oregano, vor allem als Gewürz auf der Pizza, bekannt und unentbehrlich.
Kaum jemand weiß, dass die Pflanze auch in unseren Breiten wild in der Natur vorkommt und dass sie außer Gewürz- auch eine Heilpflanze ist.
Schmetterlinge und andere Insekten sind ganz begeistert von den Blüten des Oreganos und laben sich zahlreich an ihnen. So leistet der Dost einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Insektenvielfalt.

Majoran

Majoran ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Er kommt meistens nicht wild, sondern nur kultiviert vor.
Der Majoran wird vorwiegend als Gewürz in der deftigen Küche verwendet. Hier hilft er schwere, fette Speisen zu verdauen, denn er stärkt die Verdauungsorgane. Er hilft gegen Blähungen, Appetitlosigkeit und Krämpfe der Verdauungsorgane.
Außerdem stärkt er die Menstruation und hilft gegen Erkältungen.
Äußerlich angewandt kann er nicht nur die Hautheilung fördern, sondern auch Kopfschmerzen lindern.
Auch gegen See- und Reisekrankheit kann man ihn verwenden.
Man kann den Majoran zusammen mit dem Essen einnehmen, oder man brüht sich einen Tee auf oder nimmt ihn als Tinktur.